23.11.10
Konzerte ohne Ende – ich kann aber nicht sagen, dass ich das nicht genießen würde. Vor allem das Konzert mit Herbert (Joos) und Joe Fonda beim Jazzfestival in Korntal war ein sehr schöner Erfolg. Zwar haben wir scheinbar gnadenlos überzogen, aber das Publikum beschwerte sich nicht und so will auch ich mich nicht beschweren.
Vorgestern dann mit Vincent und Wiglaf in Leipzig. Ein sehr schönes Theater, leider „nur“ knapp 150 Leute. Aber immerhin bekam ich Applaus in Leipzig nachdem ich das Klavier bei meinem Solo zum Rauchen brachte. Verglichen mit meinen bisherigen Erfahrungen in dieser Stadt, über die ich lieber nicht sprechen möchte, war das ja auch schon mal was. (Soviel sei erwähnt: Beim erst Konzert vor mehr als 10 Jahren war alles noch OK, beim zweiten Konzert, so vor ca. 8 Jahren reduzierte ich mit Bernd Settelmeyer und Sebastian Weber das Publikum von 2500 auf 25 innerhalb von nur 10 Minuten. Und schließlich beim Bachfest bezeichnete man lautstark und als „Instrumenten-Clowns “ und „Scheiße“, wie man sie dort bereits von 20 Jahren hatte…)


beim Klavier entstauben…

Den Abschluss dann Gestern auf dem Weg nach Erfurt: Pünktlich stiegen wir in den Zug und fuhren los. Plötzlich sehe ich die Bahnhofsuhr und da war es 12:20h. Sofort riss ich den Klink an der Jacke, der Koffer sprang auf und alles flog raus. Wir packten schnell ein und schafften es in der letzten Minute den Zug zu verlassen. Ein wenig gestresst fanden wir uns im Taxi und sagten: „Ins Theater, bitte.“ – „Theater? – Gibt’s hier nicht!“ „Wo sind wir denn?“ – „Weimar.“
Zwar stiegen wir pünktlich im Zeitplan aus dem Zug, aber der Zug war leider verspätet und so war Vince und ich unserer Zeit voraus – 40km voraus… – Aber wir schafften es doch noch (nach einem Mittagessen im Elefanten in Weimar) rechtzeitig nach Erfurt. Vince Frau legte uns die Krämerbrücke an Herz und so gingen wir durch den Schneematsch los. Fragten nach der Krämerbrücke auf der wir bereits standen und blamierten uns ein zweites Mal, als wir den Dom suchten, der sich allerdings direkt neben uns befand. Nur war er eben nicht auszumachen, da er hinter einigen Weihnachtsmarkt-Holzbuden in Deckung gegangen war.
Zum Theater nahmen wir dann lieber das Taxi. Hier erwartete uns ein wirklich imposantes Gebäude mit einer Treppe, die mich schwer beeindruckt hat (so wie die ganze Stadt!). Ein sehr gut besuchtes Konzert mit einem wunderbaren Publikum. Da freue ich mich schon auf ein Wiedersehen mit dieser Stadt…
Ob die heutigen Aufnahmen in der Stuttgarter Musikhochschule mit Joos, Fonda und Bernd Konrad gut werden, wird sich zeigen. Ich bin jedenfalls sehr müde und jetzt, da ich diese Zeilen im Zug zum Stuttgarter „Am-Sack-Bahnhof“ tippe, werden die Kollegen bereits die ersten Töne aufnehmen und mich vermissen (oder auch nicht, aber das will ich mir natürlich gar nicht vorstellen).

Nachtrag:
In Südafrika klappte dieses Mal alles nach Plan. War fast schon wie in Deutschland. Die Highlights waren sicherlich unser Konzert in Benoni, wo es zu einem herrlichen Gewitter während des Konzerts kam und der Strom ausfiel. Plötzlich musizierten wir im Dunkeln und der wunderbare Stick-Bass verschwand zusammen mit dem E-Piano im Akustischen Nirwana. Den Kollegen (Matt, Thomas und Christoph) schienen wir allerdings gar nicht zu fehlen. Sie spielten umso freudiger auf und das Publikum dankte es mit einem Lichtermeer an leuchtenden Handy-Displays. Viel verpasst hat so oder so niemand, zumindest beim Klavier, denn das drückte eine Taste schon von ganz allein… und zwar IMMMER!

 Lichtermeer der Handys 

Sicherlich war unser Konzert in der University Of Capetown eine Genugtuung besonderer Art. Denn dort schienen wir erst einmal nicht sonderlich willkommen. Aber wir kamen, wir spielten, wir siegten…
Nach diesem Konzert war ich so richtig stolz auf diese Band, die dieses Gefühl bei unserem Abschusskonzert in der Stuttgarter Musikhochschule jedoch zu Toppen wusste.
Nach Südafrika gab es dann noch zwei Konzerte mit Mike Rossi und Ulrich Süße in den Arabischen Emiraten. Ich muss schon sagen: Alles ziemlich hässlich dort aber auch sehr beeindruckend. Gigantische Hochhäuser soweit das Auge blickt. Außerdem war dort das Wetter natürlich perfekt! 30C rund um die Uhr – Ganz mein Ding!
Die beste Geschichte dort: In der American University Of Sharja gab es zwar einen unglaublichen Konzertsaal, einen sehr guten Flügel und eine sehr gute PA. Auch waren Techniker im Überfluss bei uns, nur einen CD-Player konnte man nicht auftreiben. Daher also ein Laptop. „Windows 7“ zeigte sich von der besten Seite und so waren im ersten Set immer nur Mike und ich akustisch zu hören. Erst nach der Pause bot sich Fatima an, uns ihr MacBook zu leihen und nahm sogar selbst neben Uli Platz, um sicher zu stellen, dass Allah auf unserer Seite ist und alle klappt:

 Und das tat es dann auch…

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