STUPOR MUNDI

24.7.2012

Endlich habe ich mit Dieter Ilg zusammen veröffentlicht!
– Allerdings nur als Autor eines Textes – und dazu noch haben wir den Text nicht einmal zusammen geschrieben. Sondern er den seinige und ich den meinigen.
Nachzulesen im „Häuptling Eigner Herd – JAZZ“! (Edition Vincent Klink)
Allerdings sind wir uns auch mal wieder über den Weg gelaufen und das bei einem wunderbaren Festival im Kloster Lorch. Eigentlich gab es ja gutes Essen, aber wir waren wohl zu spät und so gab es nur noch Brot. Die Enttäuschung war dann auch groß?!

Nichtsdestotrotz war die Stimmung bestens und voller Vorfreude erwarte ich die Aufnahme, die während des Konzerts entstand und rein analog sein wird. Das ist wohl eine Art Bekenntnis zur Ehrlichkeit, denn anschließende Korrekturen sind so gut wie unmöglich!
Wie es allerdings dann doch noch zu so ausgelassener Stimmung kommen konnte, dass Michel sich zu vergessen schien und Gavino die Chance nutzte, gleich ein paar „Erpresser-Fotos“ zu machen, die bereits bei FACEBOOK gepostet sind, kann ich nicht mehr genau sagen. Vielleicht stand aber ja doch noch etwas Wein herum, den wir zum Brot nahmen?!

Zurück bleibt die Erinnerung an ein wunderschönes Konzert an einem mystischen Ort mit einer außergewöhnlichen Besetzung. Und sicherlich gibt es schon recht bald einiges von diesem Konzert als Video auf unseren Seiten zu finden. Auch einige Fotos dürften dabei sein, denn Rüdiger Schestag war vor Ort und hat alles festgehalten!

Carlo Rizzo, Michel Godard, Gavino
Murgia, ich und Vincent Klink
im Hintergrund…

Italien – Lyon!

17. Juli 2012
Nun bin ich auch auf FACEBOOK, was meinem Sohn Kolja zu verdanken ist, der sich mal um meine Kariere gekümmert hat und wer weiß, vielleicht hat er ja durchaus recht und ich sollte mich ein wenig mehr mit den modernen Möglichkeiten auseinander setzen?!
Ob ich dieses neue Tool allerdings bewältigt bekomme, wird sich erst noch herausstellen müssen. Denn wenn ich so nachlässig damit umgehe wie mit meinen Tagebucheinträgen, dürfte ich dort bald kaum noch Freunde habe. Aber vielleicht ist das ja eine Art Reality-Check? Jedenfalls muss mich nun natürlich nicht jeder gleich auf Facebook heimsuchen, zumal wenn er/sie bereits mein Freund ist.

Allerdings sollte ich heute auch ein wenig über das Schreiben, was in den letzten Wochen so alles los war:

So habe ich mit Bernd Settelmeyer ein Duo (Klavier gegen Schlagzeug) in Italien spielen dürfen und das sogar zweimal. Sozusagen mit Wiederholungsspiel. Leider war kein Neutraler auf dem Platz, der einen eindeutigen Sieger hätte bestimmen können, aber das Elfmeterschießen der Italiener gegen England haben wir gesehen und waren ein wenig erstaunt, dass niemand hupend durch die Stadt fuhr. Allerdings waren wahrscheinlich nur wenige Engländer da, die aus Rache den Italienern der Schlaf rauben wollten und all zu viele Italiener schien es dort auch nicht zu geben. Ich sollte vielleicht erwähnen: Wir waren in Südtirol…

Bernd Settelmeyer kurz vor dem entscheidenden Fehler in meiner Deckung (linker Arm/Hand schützt nicht den Tastenbereich) und dem daraus resultierenden Führungston…

– Und dann war da noch ein Deutsch-Französisches-Filmfestival in Lyon, zu dessen Eröffnung Michel Godard und ich unsere musikalischen Straßen-Musiker-Qualitäten unter Beweis stellen konnten. Für mich ging es dabei noch mal gut zu, denn ich wurde verstärkt und abgenommen während der arme Kollege an der Tuba und dem Serpent sich gegen eine laut rauschende Leinwand (die mit Luft aufrechterhalten wurde) durchsetzen musste. Alles im Allem war es aber wunderschon in Lyon und ich freue mich schon auf einen weiteren Besuch in dieser wunderbaren Stadt des Übergewichts. Außerdem bescherte mir dieses Konzert gleich einen neuen Eintrag bei Facebook, wo ein Konzertbesucher (aus ALGERIEN!!! Der erste Algerier an meiner Pinwand!) mir schrieb, dass er sich gleich die ganze CD bei iTunes gekauft habe, obwohl er eigentlich nur „anouschkas song“ wollte…
Lyon bei Nacht …  und bei Dämmerung 

März 2012

27.3.2012

Es ist nun bereits über ein Jahr her, dass Rüdiger Schestag einen Film über das Fotografieren von Musikern und insbesondere von Pianisten machte. (auf FotoTV, link folgt wenn veröffentlicht)
Dass er mich dabei als Model wählte, liegt natürlich nicht nur an meinem unglaublich guten Aussehen. Vielmehr musst das gutaussehende Model ja auch ein Instrument beherrschen und das schränkte die Wahl zu meinen Gunsten ungeheuerlich ein!
Also: Anschauen und lernen. Im Übrigen gibt es nicht nur viele kleinere Filme von Rüdiger im Netz, die mit meiner Musik unterlegt sind, wir werden auch bald im selben Buch veröffentlichen: Der Neue „Häuptling eigener Herd“ dient nicht nur mir als Spielwiese meines literarischen Könnens sondern auch Rüdiger, der in dieser Ausgabe (Thema: JAZZ) einiges an Fotos beigesteuert hat.

19.3.2012
In unendlichen Generationen zuvor, konnte niemand meines Berufsstands von dem leben, was ihn berührte. Sie alle mussten täglich Neues komponieren, aufführen und niemand fragte, ob es Spaß mache, ob es eben das sei, was sie sich so vorgestellt hatten, als sie den Beruf ergriffen, ergreifen mussten. Sie mussten arbeiten und die Wünsche des Geldgebers befriedigen, um das Leben der Familie und ihr eigenes Leben zu ermöglichen.
Ich lebe heute allerdings ganz und gar ohne diese Ängste. Ich kann nicht sagen, dass das immer so war – ganz im Gegenteil! Es gab Zeiten, da war das Wasser aus dem Wasserhahn schon fast zu teuer. Es gab Zeiten, da musste ich mit 5/6 Stunden Schlaf zurechtkommen. Zeiten, da schaute ich täglich mehrmals auf mein Konto und schlief nicht eine Nacht durch.
Auch heute muss ich Nachts aufstehen, aber es ist nicht mein Kontostand, der mich zur Toilette treibt!
– Ich lebe in Freiheit, zu arbeiten und mein Geld mit etwas zu verdienen (zumindest zu einem großen Teil), das ich mir einst als Lebensziel gesucht habe. Ich spiele Klavier. Ich komponiere ab und an und unterrichte. Ich leide keinen Hunger, muss nicht in den Krieg, kenne nicht einmal jemand, der in den Krieg muss, oder gar sein Leben auf dem sinnlosen Feld der Ehre hat verlieren müssen, geopfert für alles andere, als Freiheit. Ich lebe mit einer Menge an Freiheit und Freizeit, wie es sie zuvor noch nie auf dieser Welt gab. Ich lebe in einem warmen Haus, dass ich fast mein Eigen nennen kann und mit einer Lebenserwartung, die unübertroffen ist, so Gott, Buddha, Allah und der Rest des Götterclans wollen…
Als wäre all das alles noch nicht ungerecht gegenüber den unendliche vielen Generationen vor mir genug, die mit ihren Tränen und Mühen dies alles erst ermöglichten, habe ich auch einen Menschen an meiner Seite, bei dem ich manchmal auf den Gedanken komme, doch esoterisch werden zu müssen, um zu erklären, ich würde ihn („sie“ eigentlich) bereits aus einem vorherigen, einem anderen Leben kennen und wir würden heute nur vollenden woraus man uns in einem vorherigen Leben viel zu früh gerissen hat. Ob allerdings dieses Leben dazu reicht wage ich zu bezweifeln und behalte mir die Unersättlichkeit des Lebens und am Leben!
– Nein! Es gibt keinen Grund zu klagen! Und es gibt keinen Grund, nicht auf die ein oder andere Annehmlichkeit zu verzichten, wenn es ein wenig mehr dieser generationsübergreifenden Ungerechtigkeit, dass scheinbar alles Glück Heute in unserer Zeit wiederspiegelt, etwas gerechter auf die Welt zu verteilen.
Und so langsam glaube ich es zu lernen: Zufrieden zu sein – nicht als „global player“, nicht als Weltberühmtheit, einfach nur „Verrückter“, eben „Künstler“ hier im Dorf, der das Glück hat, hin und wieder über seinen Tellerrand gucken zu dürfen, weil sein Traumberuf ihn in die Welt geleitet, weil er sicher und (ab)gesichert ist, frei und im Luxus lebend, wissend, dass er nichts mehr suchen muss, sondern einfch nur noch LEBEN!

Welche Erkenntnis, während ich noch knappe zwei Wochen auf meine Frau warten muss…

Der Februar 2012

21.2.2012

Gestern kam ich von einer kleinen aber wunderbaren Reise nach Karelien zurück, wo zusammen mit Frank Kroll im Duo zwei Konzerte und einen Workshop gab. Alles anlässlich des Eisskulpturen-Festivals in Petrozawodsk.
Obwohl meine Mutter mit dem Foto nicht ganz einverstanden ist, habe ich es mal hier her gestellt. Denn mir gefällt es durchaus und erinnert mich auch an die „alten Tage“ des Duos.

Als letztes möchte ich noch bekannt geben, dass es eine Konzerttour mit Michel (Godard) und mir nach Südafrika geben wird. Dort werden wir natürlich auch mit Mike Rossi in Cape Town zusammentreffen und es ist auch eine weitere CD mit ihm und Uli Süße geplant, den wir natürlich auch in Durban „heimsuchen“ werden. Dort treffen wir auch auf Jürgen Bräuninger und vielleicht auch in Gauteng auf Johnny Mackoa. Ich halte mich und mein Tagebuch natürlich auf dem Laufenden.

Kochen zur Weihnachtszeit

16.12.2011
Jetzt kann das Fest ja kommen:
Harald Wohlfahrt, Claus-Peter Lumpp, Markus Brock, Jörg Sackmann, Vincent Klink und ich…
Zu sehen am 18.12.011 um 20:15 SWR Fernsehen

18.11.2011
Heute kam es mit der Post:
„Teufelsköche“ von Juan Moreno und den Fotos von Mirco Taliercio.
Ein wunderbares Buch, in dem ich auch noch Erwähnung finde.
„Wir danken Patrick Bebelaar, dem phantastischen Pianisten von Vincet Klink, dessen aktuelle CD „Dedications“ der Spiegel nicht besprochen hat, was ohne Frage ein Skandal ist“
Da haben es die beiden aber ganz schön auf den Punkt gebracht! Welche Ehre – Dank zurück!
Tolles Buch, dass man nur wärmsten (und das hat sicherlich nichts mit der Danksagung zu tun!) empfehlen kann!

LINK zum Video…

broken – aus die Maus…

24.10.2011
Und dann war da ja noch der Sommer: zwei verregnete Wochen in Russland bei 12C und Fieber und noch eine wunderbare Woche in der Toskana. Leider ab dem zweiten Tag mit gebrochenem Fuss…
Und was war noch? – ein unvergesslicher Herbst! Ganz einfach so! Ohne … – spätestens jetzt sollte ich auf Holz klopfen!

18.10.2011

 
mit Thomas Marek im Spitalhof in Leonberg

Dann war da noch die Eröffnung der Jazz und Klassiktage in Tübingen. Na ja: Konzerte in der „Heimat“ sind immer besonders gefährlich, aber nach dem das Schwäbische Tagblatt sogar auf der Titelseite von einer „grandiosen Eröffnung des Festivals“ spricht, bin ich jetzt wohl endgültig im Schwabenland angekommen.

Entscheidend war aber natürlich die ausufernde Feier anschließend bei mir:


Italiener unter sich: Essen – Kaffee – Wein, eben wie Gott in Frankreich. Der war allerdings damit beschäftigt sich um mein Weinglas zu kümmern:

während Herbert meine Abwesenheit nutzt und sich mal wieder die schönste Frau schnappt…


… aber es waren alle gute gelaunt. Dieses Bild entstand wenige Minuten bevor Bruno das Weinglas zerstörte und Richard (man beachte dieses feine Lächeln, mit dem sich das drohende Unheil bereits anbahnt) meine Balkontür auseinander nahm. Um 5:00h war ich im Bett und um 9:00h bei Gavino und auf dem Weg zum Flughafen…
Solche Konzerte finden nur alle 10 Jahre statt und nachdem ich 187 Weinfalschen dem Altglas übergab, weiß ich auch warum…

Und wo wir schon beim Wein sind:


Tja, so sieht der immer trinkende Jazzpianist den Kollegen bereits bei der Probe vor dem Konzert! – Auf Dein Wohl mein lieber Vince!

28.2.2011
So lange also hat es gedauert bis ich unter dem Protest vieler tausender enttäuschter Leser dieser Seite, mich zu einem weiteren Eintrag habe hinreißen lassen.
Dies hat mit einer wirklich harten Belastung in den letzten Wochen und Monaten zu tun gehabt. Allerdings gab es nun auch einigen Trost. Da waren zum einen:
Drei wunderbare Konzerte mit Michel. Wir stellten unsere neue Duo-CD vor, die dann ab dem 1.4. auch offiziell im Handel bei intuition zu haben sein wird. Dies waren drei wirklich befriedigende Konzerte. Hinzu kam dann noch ein gelungenes Vorspiel in den Hallen meiner Alma Mater. Jedoch war meine Zeit dort vor über 15 Jahren. Vielleicht ist es an der Zeit den Ablösungsprozess einzuleiten. – Warten wir es ab! Entscheidend war ein Rückhalt bei meinen beiden Mitmusikern Bernd (Settelmeyer) und Michel. Und ganz wichtig: Ein Zuspruch aus den Reihen der Studenten, wie ich ihn mir nicht schöner hätte träumen können.
Zu guter Schluss gab es dann noch einen spontanen gemeinsamen Auftritt mit Michel und Vince in einem der wohl schönsten Räume, in denen ich je spielte. Beim Foto beachte man eben diesen Raum! Parktheater Göggingen!

Ein weiteres Versöhnen mit der Welt war ein wunderbares Geschenk meines lieben Kollegen und Freunds Herbert Joos, der zu Ehren meines näher rückenden 40zigsten sich erlaubt hat, eine Partitur von mir abzuzeichnen und künstlerisch aufzuwerten. Ob mein Konterfei dazu beitrug, weiß ich nicht, aber ich bin begeistert und habe schon den Ehrenplatz in meinem Arbeitszimmer gefunden.


Und was gab es noch?
Eine sehr schöne Gedenkfeier an den lieben Pit.

Ein weiteres Konzert mit Herbert und Joe Fonda im Rahmen des Jazzfestivals im Stuttgarter Theaterhaus wird am 22.4. folgen. Spätestens dann sollte ich wohl wieder schreiben.
Bis dahin hoffen wir auf wirklich wichtiges! Auf die wahrhafte Größe Allahs, die dann vielleicht nach vielen Jahren sich darin zeigt, dass er nicht nur Diktaturen und Unmenschlichkeit sonder schließlich auch sich selbst abgeschafft hat.

Pit und anderes…

15.12.2010
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,734831,00.html

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2748332_0_4131_-nachruf-peter-chotjewitz-ein-richtiges-leben-im-falschen-.html

3.12.10
Ein Konzert im wohl tastenreichsten Rathaus dieser Welt: Altes Rathaus Laichingen.
Ein Steinway Flügel und auch noch ein Cembalo.
Der Bürgermeister ließ sich entschuldigen und neben einem sehr gut brauchbaren Geschenk (und das meine ich ernst: eine Badetuch der Spitzenklasse) gab es auch noch diese Postkarte:

Bleibt die Hoffung, dass ich auch irgendwann mal irgendwo spiele, wo nicht ich adle sondern wo ich geadelt werde: Sir Patrick Josef Bebelaar – das wär´s doch!

23.11.10
Konzerte ohne Ende – ich kann aber nicht sagen, dass ich das nicht genießen würde. Vor allem das Konzert mit Herbert (Joos) und Joe Fonda beim Jazzfestival in Korntal war ein sehr schöner Erfolg. Zwar haben wir scheinbar gnadenlos überzogen, aber das Publikum beschwerte sich nicht und so will auch ich mich nicht beschweren.
Vorgestern dann mit Vincent und Wiglaf in Leipzig. Ein sehr schönes Theater, leider „nur“ knapp 150 Leute. Aber immerhin bekam ich Applaus in Leipzig nachdem ich das Klavier bei meinem Solo zum Rauchen brachte. Verglichen mit meinen bisherigen Erfahrungen in dieser Stadt, über die ich lieber nicht sprechen möchte, war das ja auch schon mal was. (Soviel sei erwähnt: Beim erst Konzert vor mehr als 10 Jahren war alles noch OK, beim zweiten Konzert, so vor ca. 8 Jahren reduzierte ich mit Bernd Settelmeyer und Sebastian Weber das Publikum von 2500 auf 25 innerhalb von nur 10 Minuten. Und schließlich beim Bachfest bezeichnete man lautstark und als „Instrumenten-Clowns “ und „Scheiße“, wie man sie dort bereits von 20 Jahren hatte…)


beim Klavier entstauben…

Den Abschluss dann Gestern auf dem Weg nach Erfurt: Pünktlich stiegen wir in den Zug und fuhren los. Plötzlich sehe ich die Bahnhofsuhr und da war es 12:20h. Sofort riss ich den Klink an der Jacke, der Koffer sprang auf und alles flog raus. Wir packten schnell ein und schafften es in der letzten Minute den Zug zu verlassen. Ein wenig gestresst fanden wir uns im Taxi und sagten: „Ins Theater, bitte.“ – „Theater? – Gibt’s hier nicht!“ „Wo sind wir denn?“ – „Weimar.“
Zwar stiegen wir pünktlich im Zeitplan aus dem Zug, aber der Zug war leider verspätet und so war Vince und ich unserer Zeit voraus – 40km voraus… – Aber wir schafften es doch noch (nach einem Mittagessen im Elefanten in Weimar) rechtzeitig nach Erfurt. Vince Frau legte uns die Krämerbrücke an Herz und so gingen wir durch den Schneematsch los. Fragten nach der Krämerbrücke auf der wir bereits standen und blamierten uns ein zweites Mal, als wir den Dom suchten, der sich allerdings direkt neben uns befand. Nur war er eben nicht auszumachen, da er hinter einigen Weihnachtsmarkt-Holzbuden in Deckung gegangen war.
Zum Theater nahmen wir dann lieber das Taxi. Hier erwartete uns ein wirklich imposantes Gebäude mit einer Treppe, die mich schwer beeindruckt hat (so wie die ganze Stadt!). Ein sehr gut besuchtes Konzert mit einem wunderbaren Publikum. Da freue ich mich schon auf ein Wiedersehen mit dieser Stadt…
Ob die heutigen Aufnahmen in der Stuttgarter Musikhochschule mit Joos, Fonda und Bernd Konrad gut werden, wird sich zeigen. Ich bin jedenfalls sehr müde und jetzt, da ich diese Zeilen im Zug zum Stuttgarter „Am-Sack-Bahnhof“ tippe, werden die Kollegen bereits die ersten Töne aufnehmen und mich vermissen (oder auch nicht, aber das will ich mir natürlich gar nicht vorstellen).

Nachtrag:
In Südafrika klappte dieses Mal alles nach Plan. War fast schon wie in Deutschland. Die Highlights waren sicherlich unser Konzert in Benoni, wo es zu einem herrlichen Gewitter während des Konzerts kam und der Strom ausfiel. Plötzlich musizierten wir im Dunkeln und der wunderbare Stick-Bass verschwand zusammen mit dem E-Piano im Akustischen Nirwana. Den Kollegen (Matt, Thomas und Christoph) schienen wir allerdings gar nicht zu fehlen. Sie spielten umso freudiger auf und das Publikum dankte es mit einem Lichtermeer an leuchtenden Handy-Displays. Viel verpasst hat so oder so niemand, zumindest beim Klavier, denn das drückte eine Taste schon von ganz allein… und zwar IMMMER!

 Lichtermeer der Handys 

Sicherlich war unser Konzert in der University Of Capetown eine Genugtuung besonderer Art. Denn dort schienen wir erst einmal nicht sonderlich willkommen. Aber wir kamen, wir spielten, wir siegten…
Nach diesem Konzert war ich so richtig stolz auf diese Band, die dieses Gefühl bei unserem Abschusskonzert in der Stuttgarter Musikhochschule jedoch zu Toppen wusste.
Nach Südafrika gab es dann noch zwei Konzerte mit Mike Rossi und Ulrich Süße in den Arabischen Emiraten. Ich muss schon sagen: Alles ziemlich hässlich dort aber auch sehr beeindruckend. Gigantische Hochhäuser soweit das Auge blickt. Außerdem war dort das Wetter natürlich perfekt! 30C rund um die Uhr – Ganz mein Ding!
Die beste Geschichte dort: In der American University Of Sharja gab es zwar einen unglaublichen Konzertsaal, einen sehr guten Flügel und eine sehr gute PA. Auch waren Techniker im Überfluss bei uns, nur einen CD-Player konnte man nicht auftreiben. Daher also ein Laptop. „Windows 7“ zeigte sich von der besten Seite und so waren im ersten Set immer nur Mike und ich akustisch zu hören. Erst nach der Pause bot sich Fatima an, uns ihr MacBook zu leihen und nahm sogar selbst neben Uli Platz, um sicher zu stellen, dass Allah auf unserer Seite ist und alle klappt:

 Und das tat es dann auch…