Herbert Joos / Patrick Bebelaar 
„The Beauty Of Darkness“ 

Herbert Joos zählt zu den renommiertesten Jazzkern Europas und hat sich durch zahlreiche Veröffentlichungen (u.a. bei ECM und vielen anderen Labels) weltweit einen Namen geschaffen. Auch seit jahrelange Tätigkeit als Solist des Vienna Art Orchesters dürfte hierzu beigetragen haben. Doch auch in jüngster Zeit macht er unermüdlich auf sich aufmerksam. Als Sideman in Projekten von Michel Godard, Wolgang Puschnig u.v.a. Und immer wieder als Frontman, wie bei seiner letzten Veröffentlichung „Seven Duets“, die frenetische Kritiken bekam (dml-records 019) mit Frank Kuruc an der Gitarre.Nun also legt Joos erneut eine Duo-CD vor. Dieses Mal mit dem Stuttgarter Pianisten Patrick Bebelaar, der nicht nur im Jahre 2000 den Jazzpreis Baden Württembergs verliehen bekam, sondern der auch danach durch zahlreiche Produktion („You Never Lose An Isalnd, dml-records 015 / Point Of View dml-records 017 / Limes X plus One, dml-records 019) mit Musikern wie Michel Godard, Herbert Joos, Pandit Prakash Maharaj, Vikash Maharaj u.v.a. immer wieder auf sich aufmerksam machen konnte. Auch Bebelaars Arbeit als Komponist findet immer mehr Interesse. So komponierte er im Auftrag der inter. Bachakademie (2002 / 2005), des Deutschen Literaturarchivs (2004) und der Stadt Esslingen (2001). Mit Herbert Joos spielt Bebelaar bereits seit über fünf Jahren zusammen. Bei ihrem Duokonzept widmen sich die Musiker der „Beauty Of Darkness“. In hellen Tönen beginnen sie sanft ihren Abstieg, der sie dann von Chapter zu Chapter leichtfüßig von den ersten Tönen der Dämmerung bis hin zum tiefen Schwarz der Nacht führt. Diesen Weg gehen die beiden Musiker mit ausschweifenden Improvisationen entlang der Motive Joos, in denen sie ihr traumwandlerisches Zusammenspiel unter Beweis stellen. Nachdem sie schließlich im grummelnden und schwerfällig groveenden letzten Chapter angekommen sind, lassen die Musiker und auch die Hörer sich von der Schönheit der Stille „The Beauty Of Silence“ wieder zurück ins Tageslicht holen, wo sie Bebelaars Komposition „Ra“ mit den ersten Strahlen der morgendlichen Sonne vertraut macht.
Herbert Joos hat nicht nur den Jazzpreis des SWF bekommen, er hat sich auch als jahrelanger Solist des „Vienna Art Orchesters“ weltweit einen Namen gemacht. Er ist Mitglied der ständigen Südpool-Besetzung und nahm zahlreiche CDs unter eigenem Namen auf, unter anderem auch für das renommierte Münchener Label ECM, für die er zusammen mit den Stuttgarter Symphoniekern aufnahm. Zur Zeit bei Michel Godards „Cousins Germains“ und beim renommierten „Orchestre National de Jazz“.

Pressestimmen zu: „The Beauty of darkness“
Stille ist laut 
Ohne Licht kein Schatten; keine Schatten, keine Lichter. So etwa beschreibt Herbert Joos, Trompeter und Flügelhornist, den Ansatz für die CD „The Beauty of Darkness“, die er zusammen mit dem Stuttgarter Pianisten Patrick Bebelaar aufgenommen hat. Joos und Bebelaar haben um Motive von Herbert Joos so etwas wie eine vierteilige Suite improvisiert, die die mögliche Dunkelheit von Musik auslotet – oder auf musikalischem Weg das Phänomen der Dunkelheit erhellt, wer weiß. 
Lyrische Motive, zart und fragil, so leicht und schwebend wie Dämmerlicht, gehen allmählich über in dunkel grummelnde Passagen, seltsame Klänge, rückwärts abgespielte Schnipsel – bis schließlich die Nacht hereinbricht: Stille. Zum Schluss aber erwacht das Licht zu neuem Leben: Bebelaars Komposition „Ra“ kündet hoffnungsvoll von den ersten Strahlen der Sonne. 
Die Kammermusik des Duos Joos/Bebelaar, so sehr sie auch mit gedämpftem Ton und spröden Melodien versucht, ihrem Thema „The Beauty of Darkness“ gerecht zu werden, ist dennoch kein Jazz für Fensterspringer. Wie Joos und Bebelaar miteinander agieren, wie sensibel sie aufeinander reagieren und wie souverän sie mit Dynamik (freilich auf insgesamt angemessenem niedrigen Grundlevel) umgehen – das ist ein Genuss, und zwar ein quicklebendiger. 
“Die Stille ist laut – im Lauten ist Stille“, schreibt Joos weiter im CD-Klappcover. Wo sonst als in der Musik finden scheinbare Gegensätze zueinander, offenbaren gar ihre Kongruenz. In diesem Sinnen sind Herbert Joos und Patrick Bebelaar praktizierende Erkenntnistheoretiker par excellence.
Herbert Joos/Patrick Bebelaar: „The Beauty of darkness“ (dml-records/Fenn Music)
Matthias Schmidt, „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ am 12.2.2005